Friederike warf die Wohnungstür hinter sich zu. Friederike zitterte. Nicht, weil sie fror. Friederike war wütend.
Ein paar Teller stand noch im Abwasch. „Lieber nicht“, dachte Friederike. Das kann heute nur schief gehen. Friederike wischte die Tränen weg. Sie hob ihren Teddy Mischka hoch und rief zornig: „Robert ist ganz gemein!“
Mischka verzog keine Miene. „Ach, Mischka, du verstehst mich nicht!“, seufzte Friederike. Robert war ihr Freund. Das machte die Sache nur schlimmer. Vati sagte immer: Einem Freund muss man vertrauen. Ihm kann man alles erzählen. Und das hatte Friederike getan.
Friederike tanzt gern. Immer wenn im Radio Rockmusik ertönt, dann zuckt es Friederike in den Beinen. Und nicht nur in den Beinen. Friederike muss sich nach der Musik bewegen.
Mutti amüsiert sich darüber. Wenn Friederike richtig in Fahrt ist, ruft Mutti: „Fritzi, wackel nicht so mit dem Po!“
Vati ist anders. Zwar sitzt er oft an den Wochenenden vor vielen bekritzelten Papieren und trinkt eine Tasse Kaffee nach der anderen. Hört er die laute Musik aus Friederikes Zimmer, schimpft er zunächst vor sich hin: „Ich gehe kaputt!“ oder so etwas. Wenig später trommelt er auf dem Schreibtisch schon den Rhythmus mit. Und dann schleicht er in Friederikes Zimmer, damit Mutti ihn nicht sieht. Friederike fällt ihm um den Hals und jubelt: „Los, Vati: Ärmel hoch und Latschen aus!“ Und Vati salutiert: „Zu Befehl, Partnerin … Pop–Gymnastik ist gesund … und wenn die Bude wackelt…“
Friederike hatte ihrem Freund Robert davon erzählt. Und was machte der? Er hielt sich seinen dicken Bauch und wollte sich totlachen. Auf dem Spielplatz plärrte Robert unentwegt: „Die Fritzi popt … die Fritzi popt, ihr Vati mit ihr hopt!“
Das fanden die anderen sehr komisch. Friederike nicht. Ausgerechnet Robert machte sich über sie lustig. Ihr bester Freund. Dabei hatte der es gerade nötig. So dick wie er war. Schnauft schon nach drei Kniebeugen wie ein altersschwaches Pferd.
Friederike strich Mischka über das weiche Fell. „Dem Robert werde ich es zeigen. Und wir machen im Sportunterricht Pop–Gymnastik, Mischka!“