Satiriker – los

Ich hatte mich in ein M?dchen verliebt und beschloss, es zu heiraten. Eines Tages ging ich zu ihren Eltern, um in aller Form meinen Antrag vorzubringen.

Man empfing mich mit gr??ter Zuvorkommenheit.

“Was sind Sie eigentlich von Beruf?”, fragte man mich, nachdem wir eine Weile geplaudert hatten. “Schriftsteller”, erwiderte ich.

“W?rden Sie bitte so freundlich sein und Ihren werten Namen sagen?”, bat mich der Hausherr. “Von unserer Tochter erfuhren wir bisher nur Ihren Vornamen.”

Ich stand auf, verbeugte mich korrekt und nannte Vaters- und Familiennamen.

Doch kaum war ich mit meiner Vorstellung zu Ende, da sprang der Vater des M?dchens erz?rnt auf. “Und Sie erdreisten sich, in unser Haus einzudringen?”, rief er drohend. “Sie Bigamist und Heiratsschwindler! Gen?gt es Ihnen nicht, dass Sie bereits drei Ehen zerst?rt und f?nf Kinder, f?r die Sie Alimente zahlen m?ssen, im Stich gelassen haben? Zum Teufel mit Ihnen, Sie verkommenes Subjekt! Man sollte solch einen Trunkenbold wie Sie auf dem schnellsten Wege in eine Entziehungs- anstalt stecken. Sie schamloser Intrigant, der mit seinem anonymen Briefen unschuldige B?rger unserer Stadt verleumdet! Sie Grobian, der seine eigene Mutter aus der Wohnung wirft! Sie Radaubruder, der nachts den Schlaf friedlicher Mieter st?rt! Sie Spekulant! Sie arbeitsscheues Element… Wie k?nnen Sie es wagen, bei Ihrer Vergangenheit um die Hand meiner einzigen Tochter anzuhalten!” Ich stand schweigend auf und verlie? ?berw?ltigt von den schweren Anschuldigungen die Wohnung. Mein Gl?ck war zerst?rt. Dabei konnte ich in meiner Verzweiflung nicht einmal jemand beschuldigen, denn ich war selbst an allem schuld.

Warum musste ich auch alle meine satirischen Erz?hlungen in der Ich-Form schreiben?